Körpergeschichten: Elisabetha Bleisch, Mette Stausland und Angelina Burri

Körpergeschichten: Elisabetha Bleisch, Mette Stausland und Angelina Burri

Die Ausstellung «Körpergeschichten» setzt sich im Dreiecksverhältnis Künstlerin – Werk – Betrachterende mit dem Thema Körperlichkeit auseinander. Trotz unterschiedlicher künstlerischer Ansätze ist im Werk der drei Künstlerinnen eine besondere körperliche Präsenz zu beobachten – sei dies im Schaffensprozess selber oder in den körperlichen Spuren der Arbeiten.

Die plastischen Arbeiten von Elisabetha Bleisch (geb. 1954, lebt und arbeitet in Zürich) sind homogen im Material, körperhaft und archaisch im Ausdruck. Die vor einigen Jahren erfolgte Entdeckung eines leicht giess- und formbaren Kunststoffs führte zu neuen, unverwechselbaren Formen. In der Kombination mit Papier und beigemischten Farbpigmenten entstand ein Kosmos von Gestirnen, deren Ausdrucksmöglichkeiten grenzenlos scheinen. Jüngst schafft die Künstlerin kalottenähnliche Kleinplaneten, die ihr zerklüftetes Inneres dem Betrachter zuwenden, während sie scheinbar schwerelos ihre Bahn ziehen.

Mette Stausland (geb. 1956, lebt und arbeitet in Rubjerg, Nordjylland, Dänemark) widmet sich schwerpunktmässig der Zeichnung. Eine Verletzung zwang sie, 1978 ihre ursprünglich geplante Laufbahn als Tänzerin aufzugeben. Die Dynamik des Tanzes lebt in den konträren Positionen der zeichnerischen Arbeiten zwischen Expansion und Konzentration, zwischen Öffnen und Verschliessen des Bild-
raumes weiter.

Angelina Burri (geb. 1991, lebt und arbeitet in Basel) erkundet das scheinbar verschlossene Eigenleben von Webchatportalen. Ein Livestream des Webchatportals «Chatroulette», welches zwei zufällig ausgewählte Nutzer in einem Chat verbindet («One-on-One»), legt die Kommunikations- und Interaktionsversuche von Plattform-Usern mit der arbeitenden Künstlerin – und zuweilen Chatpartnerin – offen. Die intermediale Performance bildet eine heteronormativen Verhältnissen entsprungene Subjekt-Objekt-Beziehung ab. Im Kontext der künstlerischen Performance und den stilisierten Rollen – Betrachterinnen und Betrachter und Akteurinnen und Akteur – in der sich die Beteiligten befinden, eröffnen sich moralische, rechtliche und politische Fragen in Bezug auf Geschlechterdiskurse.